Gymnasium Oberursel

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Hessens beste Schulbigband kommt aus Oberursel – GO 'n' Jazz Bigband des Gymnasiums gewinnt im hr-Sendesaal den 6. Hessischen Schulbigband-Wettbewerb (Fotos)

Die GO 'n' Jazz Bigband des Gymnasiums aus Oberursel hat den 6. Hessischen Schulbigband-Wettbewerb gewonnen. Sie setzte sich am Sonntag im hr-Sendesaal gegen die Bigbands der Prälat-Diehl-Schule Groß Gerau und der Leibnizschule Wiesbaden durch, welche sich einen zweiten Platz teilten. Damit gelang es der Bigband des Gymnasiums im ersten Anlauf bei diesem Wettbewerb zu gewinnen. Umso ausgelassener war die Freude der (Ex-) Gymnasiasten nach der Bekanntgabe der Ergebnisse. Die jungen Jazzmusiker erhielten ein Preisgeld von 500 Euro, gestiftet vom Verein der Freunde und Förderer der hr-Bigband e.V., und dürfen nun zwei Tage im Studio der hr-Bigband produzieren.

 

Die drei Jazzbands, die beim Wettbewerb auftraten, spielten auf hohem Niveau. Die Band der Wiesbadener Leibnizschule war bereits auf einem Wiesbadener Jazzfestival aufgetreten, zeigte sich gut eingespielt und gab sogleich mit sattem, sehr homogenen Sound einen Swing-Klassiker zum Besten. Sie zeigte bei ihren weiteren Stücken ein harmonisches Zusammenspiel und beachtliche Soli. Die bekannt gute Akustik des Saals trug auch die Feinheiten bis in die letzten Reihen. Am Ende des Auftritts erklang großer Applaus, und die Oberurseler ahnten, dass es schwer werden würde.

 

Die zweite Band von der Prälat-Diehl-Schule Groß Gerau zeigte sich rhythmisch präzise und souverän im Auftreten. Sie stellte drei Stücke unterschiedlicher Stilistik vor, ähnlich phrasiert. Welche Kriterien würden die Jurymitglieder anlegen? Diese Frage beschäftigte jetzt nicht nur die Oberurseler Bigband, sondern auch die Bandleiter Jens Hilzensauer und Nico Hering, zumal Hering selber auf der Prälat-Diehl-Schule seine ersten Bigband-Erfahrungen gesammelt hatte. Im dritten Stück präsentierte die Band zwei Sängerinnen, die mit einem sauberen Scat-Gesang Punkte sammelten. Wie würde Carolin Smykla, die gerade ihr Abitur bestanden hat - auf diese gelungene Präsentation reagieren?

 

Endlich war es soweit. Die Oberurseler kamen auf die Bühne, nahmen Platz, und das Daumendrücken konnte beginnen. Beim ersten Stück „Mr. Zoot Suit“ - mit Intro von Drummer Leo Asal- übernahm die Band das Tempo noch etwas schleppend. Aber Sängerin Carolin Smykla setzte geschmeidig ein, und die Band fand ihren typischen Sound und zeigte ihre gewohnte Spielfreude. Das Trompetensolo übernahm Samuel Kiefer. Der zweite Titel, „Spinning Wheel" mit Solist Konstantin Bratz  an der Posaune und nochmals Sängerin Carolin wurde souverän abgeliefert. Und dann kam das Meisterstück, „Ulla in Africa" im Satz von Peter Herbolzheimer, mit einfacher Struktur, eingängigen Harmoniefolgen. Die Band spielte gleichzeitig entspannt und mit hoher Energie, jeder gab sein Bestes. Die Sängerin animierte jetzt das Publikum zum Mitklatschen. Und dann kamen sie, die Soli, von denen das Stück lebt: Zunächst stolpert Leonard Rehm fast ein bisschen nach vorne, setzt dann sein Saxophon an und beginnt mit dem ersten Ton eine Improvisation vom Feinsten aufzubauen. Die harmonischen Möglichkeiten ausreizend, integriert er chromatische Läufe, überbläst weit in die dritte Oktave, dass dem Publikum fast der Atem stockt. Der Funke springt auch bei denen über, die bisher zurückhaltend waren. Das zweite Solo spielt Nicholas Kiefer kontrastierend auf der Trompete: kurze Phrasen, cool dargeboten, überzeugend. Kurz danach folgt Leo Asal am Drum Set, entwickelt ein ausgedehntes Solo, nimmt alle mit in die Welt des Schlagzeugs. Irgendwann kommt wie aus der Weite des Raumes der Beat zurück. Nico Hering, der beim dritten Stück die Leitung übernommen hat, zählt die Band ein. Es folgt ein perfekter Einsatz, Konzentration bis zum Schluss, tosender Applaus.

 

Während der Beratungsphase der Jury bot die hr-Bigband in vier Stücken ihr professionelles Können dar. Schließlich erschien die Jury und hob für jede der drei Bands, die insgesamt auf sehr hohem Niveau gespielt hätten, die Stärken hervor. Als die Bekanntgabe der Siegerband mit den Attributen der Oberurseler angekündigt wurde, stieg die Spannung ein letztes Mal, um sich dann in riesiger Freude zu entladen. Jurypräsident und Musikwissenschaftler Jochen Stolla hob die starken solistischen Qualitäten, eine „ausgezeichnete Rhythmusgruppe“ sowie den „Spirit“ der Band hervor. GO ’n’ Jazz zeichne ein ausgeprägter „musikalischer Gestaltungswille“ aus, bei dem sich jedes Bandmitglied eingebunden fühle. In der prominent besetzten Jury wirkten außerdem Olaf Stötzer, Manager der hr-Bigband, Anke Helfrich von Dr. Hochs Konservatorium und Tony Lakatos, Saxophonist der hr-Bigband, mit.

 

Die Band bedankte sich anschließend über ihre Facebook-Seite bei ihren zahlreichen Unterstützern aus Oberursel, zu denen nicht nur Eltern, sondern auch Mitschüler und Musiklehrer des Gymnasiums zählen. Auch betonte sie, wie wichtig der Einfluss der beiden Bandleiter Nico Hering und Jens Hilzensauer in den vergangenen Jahren gewesen sei.

 

Seit dem überraschenden 2. Preis bei „Jugend Jazzt 2013“ entwickelte sich die Band konstant weiter und konnte am 21. Juni 2015 in Schlüchtern mit deutlich höherer Punktzahl erneut einen 2. Preis erringen. Nun stellt der Sieg beim hr-Wettbewerb einen gelungenen Abschluss für die Mitglieder der Band dar, die als Abiturienten in diesem Sommer die Schule verlassen.

 

Da sich damit auch die aktuelle Besetzung weitgehend auflöst, steht demnächst eine größere Nachwuchsarbeit am Gymnasium an, um die Bigband fortführen zu können. Daher hofft die Band nun auf motivierten Nachwuchs an jungen Musikern. (koh/ klb/nlh)

 

(Bericht: Klaus-Dieter Köhler-Goigofski & Konstantin Bratz)

 

J. Niesel-Heinrichs (Pressesprecherin)                                                  V. Räuber (Schulleiter)

 

LINK zum hr-Bericht:

http://www.hr-online.de/website/derhr/home/presse_meldung_einzel.jsp?rubrik=90149&key=presse_lang_55826463