Gymnasium Oberursel

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„Mach etwas, für das du brennst“  - Vielfältige Fachinformation und hilfreiche Tipps beim Berufsinformationsabend der Rotarier im Gymnasium (Fotos)

 

 

 „Schüler fragen – Profis antworten“ – hieß es auch dieses Jahr wieder in der Aula des Gymnasiums am 8. November beim Berufsinformationsabend der Oberurseler Rotarier für künftige Schulabgänger. Experten für Hochschule und Beruf und für das Leben nach der Schule informierten an Ständen und „Themeninseln“ über erfolgversprechende Einstiege in das Erwachsenenleben. Hier war für alle etwas dabei – vom traditionellen Handwerk und Ausbildungswegen mit Perspektive auf „Industrie 4.0“  über klassische und duale Studiengänge bis hin zu Angeboten eines Freiwilligen Sozialen Jahres und geschlechtsspezifischer Karriereförderung.

 

Fachbereichsleiter Jens Frowerk begrüßte im Namen der Schulleitung über hundert Oberstufenschüler und die Vertreter aus Hochschule und Wirtschaft und dankte im Namen von Schulleiter Volker Räuber für das hilfreiche Engagement der Rotarier. Rotary-Präsident Prof. Dr. Alfons Weichenrieder (Universität Frankfurt) ermunterte die Jugendlichen, das Gespräch zu suchen, um für sich selbst Wege zu einem individuell passenden Beruf aufzuspüren.

 

Verschiedene Hochschulen, Unternehmen aus der Region, Selbstständige ganz unterschiedlicher Fachrichtungen, Institutionen und Behörden stellten sich anschließend beim „Markt der Möglichkeiten“ mit ihren Erfahrungen und Angeboten vor. Mit von der Partie waren auch wieder ehemalige Oberurseler Abiturienten, um über Studien- und Ausbildungserfahrungen zu berichten, z.B. über das Jurastudium, den Beruf der Flugbegleiterin und berufsgezogene Auslandsaufenthalte.

 

Bekannte und im Hochtaunuskreis ansässige große Unternehmen wie „Lilly“, „Fresenius“, „Hewlett Packard“ und „Thomas Cook“ berichteten über interessante Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten und zeigten zukunftsfeste Arbeitsbereiche auf, die manch einer hier so nicht erwartet hätte. So verwiesen etwa Gerd Dott und Alexander Kern von „Thomas Cook“ auf die immens große IT-Abteilung ihres Unternehmens, für die in Kooperation mit der Universität Mannheim und der THM Bad Vilbel Studiengänge wie „Wirtschaftsinformatik“ angeboten werden. Dieses Studienfach und dazu „Angewandte Informatik“ kann man auch bei Hewlett Packard, Bad Homburg studieren. Das Unternehmen arbeitet bei seinen Bachelor-Studiengängen, wie Ausbilderin Ute Fischer berichtete, mit den Hochschulen Mannheim und Stuttgart zusammen. Der Frauenanteil betrage 35 Prozent bei angestrebten 40 Prozent, ermunterte sie vorsprechende Interessentinnen. Interessante Studienmöglichkeiten bieten aber z.B. auch die Stadtwerke Oberursel und die Hessische Finanzverwaltung an.

Stark nachgefragt waren auch diesmal wieder die Stände der Polizei, der Bundespolizei und der Bundeswehr. Für letztere warb „Hauptbootsmann“, so der Dienstgrad, Miriam Pfeil. Vor 5 Jahren noch auf der Fregatte Niedersachsen auf Anti-Piraten-Mission vor Somalia unterwegs, arbeitet sie nun in der Personalwerbung und Karriereberatung der Bundeswehr. Bei ihr sprachen auch diejenigen vor, die sich für ein Medizinstudium bei der Bundeswehr interessieren.

 

Wer direkt an der Hochschule studieren will, konnte sich über Studiengänge an der Frankfurter Goethe-Universität informieren oder über die private Konkurrenz, wie sie etwa die Frankfurt School of Finance und Management darstellt. Julia Sanchez, die im dort im 3. Semester „International Management“ studiert und sich studienbedingt demnächst in Brasilien und Kanada aufhalten wird, verwies auch auf ganz neue Studiengänge wie „Digital Innovation and Fintech“ und verschiedene Möglichkeiten der Studienfinanzierung, denn an einer privaten Uni zu studieren bringt hohe Semestergebühren mit sich.

 

Auch Einzelberufe stießen auf reges Interesse, so Dr. C. Androf  mit dem Tätigkeitsfeld „Kommunikationsberatung/ Coaching“ oder Tierärztin Dr. A. Fach, um nur zwei Beispiele zu nennen. Engagierte Werbung für das moderne Handwerk machten Kreishandwerksmeister Walter Gernhard  und Bernd Sieber von der Handwerkskammer Frankfurt/ Rhein Main. In vielen Bereichen, ob Holz, Metall oder IT, sei ein neben der Ausbildung ein Duales Studium nach dem Abitur möglich, berichteten sie. Für Abiturienten böten sich hier sehr gute Chancen, zumal sich das Handwerk aufgrund der sich ändernden Arbeitswelt immens modernisiere, besonders durch den 3-D-Druck, der bereits jetzt die Produktion revolutioniere. Mitgebrachte Präzisionsteile aus Titan belegten dies.

 

Gefragt war neben weiteren Angeboten auch ein Stand für „Nestflüchter“. Unter dem Titel „Volunta – Entdecke, was in dir steckt“ informierte Kathrin Brinkmeier über Freiwilligendienste (FSJ) im In- und Ausland. Für viele Schülerinnen und Schüler stellen freiwillige Dienste, Auslandsaufenthalte und Austauschprogramme, die von dieser Organisation beworben wurden, eine wichtige erste Etappe auf dem Weg ins Berufsleben dar.

 

Der Verein „Working Moms“ schließlich wollte vor allem Schülerinnen Mut machen, sich selbstbewusst ihrer beruflichen Karriere zu widmen – mit dem Ziel, zu mehr Unabhängigkeit und weg von alten Rollenbildern zu gelangen. Dafür bietet der Verein ein Netzwerk, Beratungs- und Unterstützungsleistungen bei der Berufswahl und den Austausch über konkrete Alltagsthemen an.

 

So erhielt, wer diesen Berufsinfoabend intensiv nutzte, jede Menge Information und praktische Hinweise, vielleicht auch eine konkrete Perspektive für den eigenen Werdegang.

Wie wichtig ein solches Angebot  wie das der Rotarier für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe in Zeiten sich ständig wandelnder Anforderungsprofile und breiter Berufs- und Studiermöglichkeiten ist, zeigte die rege Teilnahme am Berufsinformationsabend. Die Jugendlichen nutzten die vielfältigen Gesprächsangebote in lockerer Atmosphäre und durchstöberten die Aula nach Neuigkeiten, die ihr Leben verändern könnten.  (nlh/ slz)

 

 

J. Niesel-Heinrichs (Pressesprecherin)                                                                       V. Räuber (Schulleiter)