Gymnasium Oberursel

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Fröhliches Hoffest mit asiatischem Flair – Seit 30 Jahren Unterstützung von Sozialprojekten in Kolumbien (Fotos)

 

Am Freitag, dem 1.7.2016, fand bei bestem Wetter und guter Stimmung das traditionelle Hoffest des Gymnasiums statt. Unter dem Motto „Seoul, Neu-Delhi, Tokio – wir feiern Asien am GO“ boten Stände der Klassen den vielen Gästen allerlei Kulinarisches, Informatives und Kreatives an. Die Kuchen- und Salatspenden der Eltern, die Grillecke sowie der vom Schulelternbeirat betreute Getränkestand komplettierten das reichhaltige Angebot.  Bierzeltgarnituren in der Hofmitte luden während des Hoffestes zum Verweilen ein. Die Kelterei Steden hatte ein Apfelweinfass gespendet und das Jugendbüro die Erstellung des Plakates gesponsert. Der Erlös des Hoffestes soll wieder den Kolumbien-Projekten des Gymnasiums zugutekommen und in die Fertigstellung der Umkleideräume und eines Kiosks im neugebauten Sportzentrum von Bituima sowie in die Arbeit des Orchesters „Banda Musical Oberursel“ in Yopal fließen. Die von Dieter Lober- Sies begründete Partnerschaft mit Kolumbien besteht seit nunmehr 30 Jahren. Das Motto sprach diesmal vor allem die vielen Schülerinnen und Schüler des GO mit asiatischen Wurzeln an und griff deren Erfahrungen auf.

Zur Begrüßung der vielen Gäste spielte die neu zusammengesetzte Bigband des Gymnasiums auf.

Beim anschließenden Rundgang konnten die großen und kleinen Besucher dann, je nach Lust und Laune, Zauberwürfel (Kl. 7b),  künstlerisch bemalte Papierfächer (Kunst OK)  und liebevoll gestaltete Origami-Faltobjekte (Kl. 5a) erstehen oder selbst an einem kleinen Sprachkurs in Koreanisch oder Chinesisch (mit Zertifikat) teilnehmen (Kl. 6a), um nur einige Angebote zu nennen. Spielfreudige durften sich in einem, zugegeben kolumbianischen, Wurfspiel erproben oder konnten an einem Bobby Car-Rennen teilnehmen, was mit „Glückskeksen“ belohnt wurde. Den kleinen Hunger stillte man zwischendurch z.B. mit Melonenbechern und Obstspießen (Kl. 8d) oder auch mit „asiatischen“ Hotdogs (Kl.7e). An Informationsständen konnte man sich über die Kolumbienprojekte des Gymnasiums und spezielle Angebote wie die „Schulseelsorge“ kundig machen. Zwei Schülerinnen warben zudem um Unterstützung für ihr kommendes „Freiwilliges Soziales Jahr“. Über alles wachte der stets einsatzbereite Sanitätsdienst, der bei kleinen Wunden schnell zur Stelle war.

       Bei einer Pressekonferenz informierten Dieter Lober-Sies, Schulleiter Volker Räuber und das aus Eltern, Schülern und Lehrern bestehende Hoffest-Team über das gelungene Hoffest sowie die Historie und den Stand der Kolumbien-Projekte des Gymnasiums. Während seiner Tätigkeit an der Deutschen Schule in Bogota hatte Lober-Sies durch Professor Edmundo Perez die Not der Kinder in der Kaffeeregion Kolumbiens kennengelernt und 1986 den Plan zum Bau einer Schule gefasst. Von da an flossen regelmäßig Gelder vom Gymnasium Oberursel nach Kolumbien, zunächst nach Sasaima zum Aufbau der „Escuela Rural Oberursel“. Nach einem brutalen Mord an einem Mitglied des Schulvorstands durch Guerilleros wurde die Schule aufgegeben und die Menschen verließen das Bürgerkriegsgebiet, so Lober-Sies. Danach entstand das zweite Oberurseler Projekt, die Kooperative Amurabi in Bituima. Durch die Errichtung und Ausstattung eines Hauses seien die Landfrauen zur eigenverantwortlichen Herstellung von landwirtschaftlichen Produkten ertüchtigt worden. Parallel dazu entstanden Projekte in einem Armenviertel von Yopal, mit denen ab 2012 die Schule „Teresa de Calcuta“ unterstützt worden sei, in der inzwischen, über den Tag verteilt, 1000 Kinder täglich unterrichtet würden. Zuletzt erhielt die Schule auf Wunsch der Schulleiterin Luz Mila Castillo Gelder aus Oberursel zur Anschaffung von Musikinstrumenten für das Schulorchester „Banda Musical Oberursel“ und zur Finanzierung eines Musiklehrers. Seit Neuestem werde auch wieder ein Projekt in Bituima unterstützt, nämlich der Bau einer Toilettenanlage mit Kiosk an einer Sportstätte. Das Geld aus Oberursel sei also gut angelegt und werde auch in Zukunft in derart hilfreiche Projekte investiert.

 

Wie viel Geld über die Jahre aus Spendenaktionen und Hoffesten des Gymnasiums Oberursel nach Kolumbien geflossen sei, konnte Lober-Sies auf Anhieb nicht beantworten, wohl aber dass die Akten der drei Jahrzehnte umfassenden Hilfsaktionen inzwischen mehr als acht Ordner füllen. Ex-Schulleiter Bernhard Lehnert und Gerhard Strecker, ehemals Lehrer am GO, erinnerten sich gerne an die Anfangsjahre der vertrauensvollen Zusammenarbeit des Gymnasiums mit Edmundo Perez als verantwortlichem Projektleiter vor Ort in Bogota. 1989, so konnte Strecker berichten, habe er die beim Musicalprojekt „La Révolution Française“ erwirtschafteten Spendengelder persönlich und auf abenteuerlichen Wegen nach Kolumbien überbracht. Seitdem, so ergänzte Lober-Sies stolz, habe es mehrere Besuche Oberurseler Delegationen in Bituima und Yopal gegeben, zuletzt im Juli 2012 mit Bürgermeister Hans-Georg Brum. Auch Professor Perez sei zweimal in Oberursel gewesen, auch während des Hessentages 2011. Ein richtiger Austausch von Schülern sei aber aus vielerlei Gründen

nicht möglich, räumte Schulleiter Räuber ein. Wohl aber habe die Spendentätigkeit für die Oberurseler Sozialprojekte in Kolumbien mit dazu beigetragen, die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums für die Nöte von Kindern und Jugendlichen in der Welt zu sensibilisieren. Einige von ihnen zögen deshalb nach dem Abitur im  Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres nach  Südamerika nach Asien oder Afrika, um selber zu helfen. So gingen auch dieses Jahr zwei Abiturientinnen des GO, Anna Schmidt und Frauke Mann, nach Bolivien und Kolumbien, um dort ein FSJ zu absolvieren. (nlh)

 

 

 

 

J. Niesel-Heinrichs (Pressesprecherin)                                                         V. Räuber (Schulleiter)