Gymnasium Oberursel

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Einmal hessische Schulpolitik mitbestimmen: Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Oberursel schlüpften in die Rolle von Landtagsabgeordneten 

Wer hat sich als Schüler bzw. Schülerin nicht schon einmal gewünscht, Schulpolitik mitzugestalten? Diese Möglichkeit erhielten 56 Schülerinnen und Schüler der E-Phase und der Q2 des Gymnasiums Oberursel, als sie am 17. Februar in Begleitung ihrer Politiklehrer Frank Mlynek und Sebastian Laux den Hessischen Landtag in Wiesbaden besuchten, um mit einer zweiten Gruppe aus Wiesbaden am Planspiel „Wir sind Abgeordnete“ mitzuwirken. Dabei nahmen die Gymnasiasten die Rolle von Parlamentariern ein  und erarbeiteten mit ihren „Fraktionen“ parlamentarische Initiativen in den Bereichen Jugendschutz, Energieversorgung und Schulpolitik.

Bevor die Jugendlichen in die Rollen von Abgeordneten schlüpften, wurden sie bei einer Führung noch mit ihrem neuen „Arbeitsplatz“ vertraut gemacht und erhielten im Gespräch mit den Landtagsabgeordneten Markus Meysner (CDU), Elke Barth (SPD), Sigrid Erfurth (Grüne), Willi van Ooyen (Die Linke) und René Rock (FDP) erste Informationen. Darin berichteten die Berufspolitiker von ihrem politischen Werdegang und dem Arbeitsalltag vor Ort in Wiesbaden und in den Wahlkreisen. Einschlägige Erfahrungen über die Arbeit im Landtag mit Plenar-, Ausschuss- und Fraktionssitzungen konnten die Schülerinnen und Schüler dann hautnah selbst sammeln.

Eingeteilt in fünf fiktive „Fraktionen“, deren Positionen und Sitzverteilung dem aktuellen Landtag entsprachen, wählten die Schülerinnen und Schüler dann zunächst wichtige Funktionsträger wie Landtagspräsident/in, Ministerpräsident/in und Minister/in, ehe sie als Abgeordnete der „Konservativen“, „Ökologischen“, „Sozialistischen“, „Freiheitsliberalen Partei“ und der „Arbeitnehmerpartei“ Anträge und neue Gesetzesentwürfe erarbeiteten. So wurde im Planspiel nach intensiven Sitzungen in der Schulpolitik der Ausbau frühkindlicher vorschulischer Förderung und ein größeres Angebot an Ganztagsschulen beschlossen. In der Energiepolitik einigten sich die Jung-Abgeordneten darauf, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und den Energieverbrauch in Hessen bis 2050 aus erneuerbaren Energien zu decken. Hierfür sollten neue Fördergelder zur Erforschung effizienterer Speichermedien verwendet und weitere Flächen für Windräder bereitgestellt werden. Eine Initiative der „Sozialistischen Partei“, zur Bekämpfung des Drogenmissbrauchs bei Jugendlichen leichtere Drogen wie Cannabis zu legalisieren, wurde im „Innenausschuss“ abgelehnt.

Für die politische Bildung erwies sich das Planspiel als eine wirkungsvolle Methode, da es den Jugendlichen mittels eines fiktiven, aber wahrscheinlichen Szenarios eigenständiges Handeln und eine aktive Auseinandersetzung mit politischen Konflikten ermöglichte. So war auch Kurslehrer Frank Mlynek mit dem Ergebnis zufrieden: „Das Planspiel macht den Schülerinnen und Schülern Gesetzesabläufe erfahrbar. Sie lernen die Rolle und Funktion der Opposition besser einzuschätzen und können durch politisches Handeln wichtige Selbstwirksamkeitserfahrungen machen. Die Auseinandersetzung an einem Originalschauplatz leistet dazu einen weiteren wichtigen Beitrag. Die Schüler sitzen auf den Plätzen der echten Abgeordneten, halten ihre Reden vorne am Rednerpult und erfahren im Laufe des Tages, wie politische Entscheidungen zustande kommen.“  An diesem Tag im Hessischen Landtag konnten die Oberurseler Schülerinnen und Schüler zudem beweisen, wie man trotz durch unterschiedlicher und teils divergierender Interessen durch Verhandlungen zu politischen Entscheidungen kommen kann. (lau)