Gymnasium Oberursel

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Irre-Parabel bringt „In der Stunde des Luchses"

War es im Frühjahr noch eine unterhaltsame Komödie, mit der „Irre-Parabel“, die Theatergruppe des Gymnasiums, überzeugte, so ist es jetzt ein wirkliches Drama, das die junge Schauspielertruppe am 15., 16. und 17. Juli in der Rotunde des Gymnasiums aufführt. Per Olov Enquists „In der Stunde des Luchses, 1988 entstanden, spielt in einem psychiatrischen Krankenhaus. In diesem Drei-Personen-Drama treffen die Psychologin Lisbeth und ein junger gewalttätiger Patient aufeinander, der bei einer Versuchsreihe aus dem Ruder gelaufen ist. Eine Pastorin versucht herauszufinden, wie es so weit kommen konnte.

Im Zentrum dieser Versuchsreihe standen sehr grundsätzliche Fragen: „Was ist ein Mensch? Und welche rätselhaften Faktoren deformieren ihn? Und wenn er deformiert ist, was kann ihn wieder gesellschaftstauglich machen?" Das Drama stellt die Frage, welche Einflüsse den Jungen dazu brachten, unter merkwürdigen Umständen ein altes Ehepaar zu töten und einen Mitpatienten brutal zu verletzten, also zum Gewalttäter zu werden. Liegt die Antwort darauf vielleicht außerhalb des psychologischen Verstehens in einer eigenen Zeit- und Realitätsebene, in der „Stunde des Luchses", wie der Junge es ausdrückt?

Enquist stelle die Berechtigung und den Erkenntniswert eines wissenschaftlichen Arbeitens, das den Menschen zum Versuchsobjekt macht, in Frage. Er lasse Lisbeth, die Pastorin und den Jungen einen Kampf um Menschenwürde, Wahrheit und Selbstbestimmung mit- und gegeneinander führen, aus dem am Ende keiner der drei unverändert herausgehe, berichtet Klaus-Dieter Köhler-Goigofski.

Nach der Komödienproduktion macht die Theater-AG „Irre-Parabel" mit dieser kammerspielartigen Inszenierung eines Dramas die Bandbreite ihrer Arbeit deutlich. Seit 40 Jahren gibt es nun am Gymnasium Oberursel Theaterinszenierungen der Theater-AG. Gegründet und viele Jahre geleitet wurde sie von Klaus Schmücker, der kürzlich verstarb. Seit rund 13 Jahren führen Timo Vogt und Klaus-Dieter Köhler-Goigofski die Arbeit ihres „Mentors" weiter.

Die Aufführungen finden am 15., 16. und 17. Juli in der Rotunde des Gymnasiums statt. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr (Einlass 19.15 Uhr): Der Eintrittspreis beträgt 6 €/ 4 €.                 





Jutta Niesel-Heinrichs (Pressesprecherin)                               Volker Räuber (Schulleiter)




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