Gymnasium Oberursel

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Tiefer Eindruck in Schwarz-Weiß – Die Q2 des GO besucht die SchulKinoWochen Hessen

 

Am Freitag, 13.03.2026, besuchte die Jahrgangsstufe der Q2 des Gymnasiums Oberursel im Rahmen der SchulKinoWochen Hessen das Kinopolis in Bad Homburg. Im Rahmen des PoWi-Unterrichts wurde zum Thema Demokratiebildung der Film „Das deutsche Volk“ des deutsch-polnischen Regisseurs Marcin Wierzchowski geschaut, der sich anschließend persönlich noch über eine Stunde lang den Fragen der Schülerschaft stellte. Jens Frowerk, Fachbereichsleiter Sozialwissenschaften, war zuvor mit dem Deutschen Filminstitut und Filmmuseum Frankfurt (DFF) in Kontakt getreten, um diese besondere Veranstaltung möglich zu machen.

 

Der in Schwarz-Weiß gedrehte Film befasst sich mit dem rechtsextremistischen Terroranschlag in Hanau am 19.02.2020, bei dem neun junge Menschen mit Migrationshintergrund von einem ebenfalls jungen deutschen Rechtsextremisten getötet worden waren. Der knapp zweieinhalb Stunden dauernde Film zeigt in beeindruckender Weise die Geschichte der neun Opferfamilien, die bis heute keine wirkliche Gerechtigkeit erfahren haben, da die Tat aufgrund des Suizids des Täters nie in einem Gerichtsverfahren aufgearbeitet wurde und somit ohne Konsequenzen blieb. Auch über eine angemessene Stelle für ein Mahnmal konnte sich die Stadt Hanau mit den Familien bis heute nicht einigen.

 

Die tiefen Eindrücke des Films hallten in den Schülerinnen und Schülern noch nach, während der Abspann lief, das Licht anging und Regisseur Marcin Wierzchowski die Bühne betrat. Unterstützt vom Team der Schulkinowochen/DFF ging er nach einer kurzen Vorstellung in den Dialog mit den Jugendlichen über die persönlichen Erfahrungen beim Dreh und über die Entstehung des Films.

 

Wierzchowski, der aus Friedrichsdorf-Seulberg stammt, besuchte am Tattag zufälligerweise einen Freund in Hanau. Als er von den Schüssen im Radio gehört habe, sei sein erster Gedanke sofort gewesen, dass das ein rechtsextremistischer Anschlag sein müsse, weil er den Stimmungsumschwung im Land seit 2015 gespürt habe, so der Regisseur. Noch ohne die konkrete Idee zu einem solch langen Kinofilm sei er am 20.02.2020 wieder nach Hanau gefahren und habe zu drehen begonnen, weil er das Geschehen einfach dokumentieren wollte. Es habe keine Pressekonferenz der Polizei und der Stadt Hanau gegeben, wie es sonst üblich sei, und auch die Familien der Opfer, zu denen er Kontakt aufnahm, seien erst nach einer Woche darüber informiert worden, dass die Leichen ihrer Kinder für die bei Mordtaten übliche Obduktion von der Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden seien.

 

Insgesamt habe er während der insgesamt vier Jahre Drehdauer einige als beispielhaft ausgesuchte Opferfamilien sehr eng, aber auch feinfühlig und pietätvoll mit der Kamera begleitet, zum Teil sogar bei ihrer Trauerarbeit bis in ihre Herkunftsländer, und stehe auch heute noch mit ihnen in Kontakt. Die Farbwahl Schwarz-Weiß habe er bewusst getroffen, da es ihm bei der Beerdigung eines der Opfer als das einzig passende erschien, da somit keine Farbe vom Wesentlichen ablenkte und der Blick dadurch direkt darauf gerichtet werde. Auch die Tongestaltung sei bewusst minimalistisch gehalten, um die Wirkung der Bilder zu verstärken, so Wierzchowski.

 

Das Ziel des Filmes sei es, Empathie zu wecken, und der Zuschauerschaft begreifbar zu machen, welche Folgen und Auswirkungen ein solches Tatgeschehen auf die Familien der Opfer habe. Diese seien durch die 2020 herrschende Corona-Pandemie sogar noch verstärkt worden. Den Filmtitel, „Das deutsche Volk“, habe er einer Gedenktafel am Sockel des Denkmals für die Gebrüder Grimm auf dem Marktplatz in Hanau entnommen und solle als Frage verstanden werden, so der Regisseur. (jun)

 

Am Ende dankte Jens Frowerk Marcin Wierzchowski für sein Kommen, den Politik-Lehrkräften für ihre Unterstützung und den Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs Q2 für ihre Konzentration und interessanten und anregenden Fragen an den Regisseur. Besonderer Dank galt den Betreibern des Kinopolis Bad Homburg für die freundliche Aufnahme im größten Kinosaal und den reibungslosen Ablauf, der den Erfolg dieser Veranstaltung sehr unterstützt habe.

 

Die SchulKinoWochen Hessen werden sowohl vom Kultus- als auch vom Wissenschaftsministerium und vielen weiteren bundesweiten Filminstitutionen gefördert, um Filmbildung kritisch und kompetent zu begleiten. Der Kinosaal wird dabei als Erlebnis- und Erfahrungsort für Schülerinnen und Schüler direkt spürbar. (jun)




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