„Use it or lose it“ – Vortrag von Dr. Christoph Gerth zum Einfluss von Drogen auf das jugendliche Gehirn am GO
Am Montag, 26.10.2026, hielt Dr. med. Christoph Gerth auf Einladung des Schulelternbeirates (SEB) in der Aula des Gymnasiums Oberursel einen gut besuchten Vortrag über den Einfluss von Nikotin, Alkohol und Cannabis auf die Entwicklung des Gehirns von Jugendlichen in der Pubertät. Die Anwesenden lauschten gebannt seinen knapp zweistündigen interaktiven Ausführungen, die mit viel Humor, zahlreichen Evidenzen und schockierenden Beispielen vorgetragen wurden. Im Anschluss stellte er sich noch den offen gebliebenen Fragen des Publikums. Stefanie Linder, Daniela Trösch und Alexandra Ochs vom SEB hatten die Veranstaltung organisiert.
Schulleiter Philipp Schefzyk hob in seiner Begrüßung die Expertise von Dr. Christoph Gerth hervor, der langjähriger Chefarzt der Akutpsychiatrie an der Rheinhessen-Fachklinik in Alzey war und seit September 2025 geschäftsführender Leiter des Maßregelvollzugs des Landeskrankenhauses Rheinland-Pfalz ist. Das Thema des Vortrages betreffe die Jugendlichen direkt und beschäftige zudem Elternhaus und Schule gleichermaßen. Das GO sehe seinen Bildungsauftrag darin, nicht nur Fachwissen zu vermitteln, sondern die jungen Menschen darin zu stärken, informierte, selbstbestimmte und verantwortungsbewusste Entscheidungen für das eigene Leben zu treffen.
In seinem Vortrag gelang es Dr. Gerth, die hochkomplexen Vorgänge im Gehirn und seiner Entwicklung in der Pubertät allgemeinverständlich und nachvollziehbar herunterzubrechen und den Jugendlichen bewusst zu machen, welche Verantwortung sie selbst tragen, ein gesundes Gehirn zu behalten. Anschaulich beschrieb und dokumentierte er, welchen Einfluss das Rauchen (auch von Vapes), das Trinken von Alkohol und der Konsum von Cannabis auf die Gehirnentwicklung habe und wie schnell es zu Abhängigkeiten und schon bald nicht mehr reversiblen Schädigungen komme. Selbst das Passivrauchen führe zu hochgradig negativen Veränderungen des Gehirns. Folgen von Nikotin-, Alkohol- und Cannabiskonsum seien psychische Erkrankungen, Depressionen und Demenz.
Statt des erhobenen Zeigefingers betonte Dr. Gerth, dass er selbst nur fundierte wissenschaftliche Informationen liefere, die Zuhörenden selbst aber die Entscheidung trügen, darauf zu reagieren. Er verbiete niemandem etwas, weise jedoch in aller Deutlichkeit auf die Konsequenzen hin. Die Verantwortung liege aber beim Publikum.
Unter dem Motto „Use it or lose it“ gab er den Anwesenden abschließend ein leicht in den Alltag integrierbares und umsetzbares 6-Punkte-Basisprogramm an die Hand, das aus ausreichend Schlaf, Verzicht auf Nikotin, Alkohol und Drogen, gesunder pflanzenbasierter Ernährung, täglicher Bewegung, Pflege guttuender sozialer Kontakte und Aufenthalt in der Natur besteht. Dies sei das Basisprogramm für seelische Gesundheit.
Mit großem Applaus dankte das Publikum Dr. Gerth für den höchstgelungenen Vortrag, den er pro Bono gehalten hatte. Der SEB erbat dafür eine Spende für „kids ahead e. V.“, einen gemeinnützigen Verein, die Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen und deren Familien unterstützt.
(jun)
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